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Wissen · 6 min Lesezeit

Western Electric Regeln (WECO)

Die vier Standard-Erkennungsregeln für nicht-zufällige Muster in SPC-Regelkarten — entwickelt von Western Electric in den 1950er Jahren und bis heute Standard in AIAG SPC und VDA Band 4.

Was sind WECO-Regeln?

In einer stabilen Regelkarte verteilen sich Messpunkte zufällig um die Mittellinie, innerhalb der Kontrollgrenzen (±3σ). Wenn ein Prozess außer Kontrolle gerät, zeigen sich charakteristische Muster. Die Western Electric Rules definieren vier solcher Muster, deren zufälliges Auftreten statistisch unwahrscheinlich ist.

Zusätzlich gibt es 8 Nelson-Regeln, die eine Erweiterung der WECO-Regeln darstellen und noch feiner differenzieren. QualityPilot prüft automatisch alle 8 Nelson-Regeln.

Regel 1

Einzelpunkt jenseits 3σ

Ein Punkt liegt außerhalb der Kontrollgrenzen (UCL/LCL = x̄ ± 3σ). Dies ist das klassische Out-of-Control-Signal: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Punkt zufällig außerhalb der 3σ-Grenzen liegt, beträgt nur 0,27 %.

Praxis-Hinweis: Sofortiger Handlungsbedarf: Ursache suchen, Produktion ggf. stoppen.

Regel 2

Neun aufeinanderfolgende Punkte auf einer Seite

Neun oder mehr aufeinanderfolgende Punkte liegen alle oberhalb oder alle unterhalb der Mittellinie (x̄). Zufällig passiert das mit P < 0,4 %. Typisches Signal für Prozess-Drift oder Offsetverschiebung.

Praxis-Hinweis: Mögliche Ursachen: Werkzeugverschleiß, neues Material, Bedienwechsel.

Regel 3

Sechs monoton steigende/fallende Punkte

Sechs oder mehr aufeinanderfolgende Punkte steigen oder fallen kontinuierlich. Ein klassisches Trendmuster — der Prozess driftet systematisch.

Praxis-Hinweis: Mögliche Ursachen: Werkzeugverschleiß, Temperaturdrift, Maschinenalterung.

Regel 4

Vierzehn abwechselnd steigende/fallende Punkte

Vierzehn aufeinanderfolgende Punkte wechseln abwechselnd auf und ab (Sägezahnmuster). Deutet auf eine künstliche Überkorrektur hin — der Bediener korrigiert zu stark.

Praxis-Hinweis: Mögliche Ursachen: Überjustierung, Mischung zweier Produktionsströme.

WECO vs. Nelson-Regeln

Die 4 WECO-Regeln sind die Grundlage. Die 8 Nelson-Regeln (1984 von Lloyd S. Nelson veröffentlicht) ergänzen sie um weitere Muster:

  • Zwei von drei Punkten jenseits 2σ (Regel 5)
  • Vier von fünf Punkten jenseits 1σ (Regel 6)
  • Fünfzehn Punkte innerhalb ±1σ um die Mittellinie (Regel 7) — zu wenig Streuung
  • Acht Punkte ohne Punkt innerhalb ±1σ (Regel 8)

QualityPilot prüft automatisch alle Nelson-Regeln und markiert Verstöße farbcodiert direkt in der Regelkarte.

WECO-Regeln in der Praxis einsetzen

In Excel müssen WECO-Regeln manuell mit verschachtelten Wenn-Formeln implementiert werden — ein erheblicher Aufwand und fehleranfällig. QualityPilot wertet alle Regeln automatisch aus: Sie geben Messwerte ein, das System signalisiert sofort per Farb-Markierung und optional per E-Mail-Alert.

Nächster Schritt

WECO-Regeln automatisch prüfen lassen

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